Die Chakra-Ausrichtungsleiter ist eine Tarotlegung mit sieben festen Positionen. Sie hilft, ein Unbehagen besser zu verstehen, das sich nur schwer in Worte fassen lässt. Man kann sich auf ein Treffen freuen und die gemeinsame Zeit genießen, ohne sich dabei ganz wohlzufühlen. Die sieben Positionen betrachten Sicherheit, Gefühle, Eigenständigkeit, Nähe, Ausdruck, Einsicht und Sinn.
Die Chakranamen bezeichnen hier symbolische Positionen. „Ausrichtung“ bedeutet weder, Körperenergie zu messen oder zu reparieren, noch eine psychologische Diagnose zu stellen. Das Beispiel beschreibt das persönliche Erleben einer Beziehung.
Was die einzelnen Positionen betrachten
| Feste Position | Allgemeine Bedeutung |
|---|---|
| Wurzelchakra | Grundlage und Sicherheit: sich gefestigt und unterstützt fühlen. |
| Sakralchakra | Kreativität und Gefühlsleben: Interesse, Freude und Emotionen. |
| Solarplexuschakra | Persönliche Kraft und Wille: sich zutrauen, zu wählen und sich einzubringen. |
| Herzchakra | Liebe und Verbundenheit mit anderen und mit sich selbst, Nähe und Zuwendung. |
| Halschakra | Selbstausdruck und Kommunikation: eigene Empfindungen in Worte fassen. |
| Drittes Auge | Intuition und Einsicht in das eigene Erleben. |
| Kronenchakra | Die Verbindung zu Weisheit, Spiritualität und Lebenssinn sowie zu wichtigen Werten und Überzeugungen. |
Die Deutung verläuft von der Wurzel zur Krone. Diese Reihenfolge verbindet Erfahrungen miteinander. Sie beschreibt keinen Energiefluss durch den Körper und bedeutet nicht, dass eine Position den Zustand der nächsten verursacht.
Sich auf Nähe freuen und jedes Wort prüfen
Eine Person ist seit einigen Monaten in einer Beziehung. Sie freut sich auf die Treffen und genießt gemeinsame Gespräche und Spaziergänge. Bei der Wahl eines Films oder einer Unternehmung am Wochenende hat sie eigene Wünsche, antwortet aber oft: „Mir ist alles recht.“ Selbst wenn ihr Gegenüber ausdrücklich nach ihrer Meinung fragt, fürchtet sie, eine abweichende Vorstellung könnte die Stimmung verderben.
Während des Treffens achtet sie darauf, ob ihre Worte passend klingen, und hält manches zurück. Zu Hause fällt ihr auf, dass sie nicht nur einen Film unerwähnt gelassen hat, den sie gern gesehen hätte. Auch eigene Gefühle sind unausgesprochen geblieben.
Sie wünscht sich eine Beziehung, in der sie ihren Alltag ungezwungen teilen kann. Zugleich glaubt sie, dass Menschen, die gut zusammenpassen, nur selten unterschiedlicher Meinung sein sollten. Beim Antworten richtet sie sich häufig nach dieser zweiten Vorstellung. Die erhoffte Ungezwungenheit entsteht dadurch jedoch nicht.
Ihre Frage lautet:
Warum fühle ich mich in Beziehungen immer so unwohl?
Das Wurzelchakra betrachtet hier die erlebte Sicherheit in der Beziehung; das Sakralchakra die Freude und die Gefühle bei den Treffen; das Solarplexuschakra die Möglichkeit, selbst zu wählen. Das Herzchakra betrifft Nähe und die Zuwendung zu den eigenen Empfindungen, das Halschakra deren Ausdruck. Das dritte Auge betrachtet das Verständnis des Unbehagens, das Kronenchakra die Vorstellungen von einer sinnvollen Beziehung.
Die Bilder stammen aus dem Rider–Waite–Smith-Tarot. Aufrecht liegt das Bild richtig herum; umgekehrt ist es weiterhin sichtbar, steht jedoch auf dem Kopf. Position und bekannter Hintergrund bestimmen die Deutung mit.
| Feste Position | Gezogene Karte |
|---|---|
| Wurzelchakra | Vier der Münzen (aufrecht) |
| Sakralchakra | Bube der Kelche (aufrecht) |
| Solarplexuschakra | Die Kraft (umgekehrt) |
| Herzchakra | Zwei der Kelche (aufrecht) |
| Halschakra | Königin der Schwerter (umgekehrt) |
| Drittes Auge | Die Hohepriesterin (aufrecht) |
| Kronenchakra | Der Hierophant (umgekehrt) |
Die gute Stimmung festhalten und Nähe wünschen
Die Vier der Münzen auf dem Wurzelchakra zeigt eine Figur, die an ihrem Besitz festhält. Sie kann Bewahren und die Schwierigkeit des Loslassens ausdrücken. In der Position für Sicherheit passt das zum Wunsch, eine angenehme Stimmung zu erhalten, auch wenn eine eigene abweichende Vorliebe auftaucht.
Die Deutung stützt sich auf die bereits beschriebene Befürchtung. Sie beweist nicht, dass die Beziehung unsicher ist, und sagt keine Trennung voraus. Sie zeigt, wie diese Person Sicherheit zu empfinden versucht.
Der Bube der Kelche auf dem Sakralchakra schaut neugierig auf den Fisch in seinem Kelch. Er wird oft mit neuen Gefühlen, Empfänglichkeit und emotionaler Offenheit verbunden. Das passt zur Vorfreude auf die Treffen und zur tatsächlichen Freude an Gesprächen und Spaziergängen.
Beides bleibt bestehen: das Bemühen um eine gute Stimmung und das Interesse an der Beziehung. Die Anspannung der Vier der Münzen hebt die Neugier des Buben nicht auf.
Eine Vorliebe haben und sich beim Wählen zurücknehmen
Die umgekehrte Kraft liegt auf dem Solarplexuschakra. Die Frau beim Löwen steht häufig für ruhige Entschlossenheit. Hier kann die Umkehrung wenig Vertrauen darin zeigen, zu einer eigenen Wahl zu stehen. Die Person weiß, welchen Film sie gern sehen würde. Die Aussicht auf eine andere Meinung lässt sie ihren Wunsch dennoch zurückhalten.
Die Zwei der Kelche auf dem Herzchakra zeigt zwei einander zugewandte Figuren mit ihren Kelchen. Das Bild steht für Austausch und Verbundenheit. Der Wunsch nach Treffen, die schönen gemeinsamen Momente und die Nachfragen des Gegenübers lassen eine Nähe erkennen, die die fragende Person schätzt.
Die Karte erlaubt keinen Einblick in die inneren Gefühle des Gegenübers. Im bekannten Fall gibt es Gespräche, aber nicht alle eigenen Empfindungen kommen darin vor. Der Wunsch nach Nähe besteht neben dem Zögern der umgekehrten Kraft.
Was bei „Mir ist alles recht“ ungesagt bleibt
Die umgekehrte Königin der Schwerter erscheint auf dem Halschakra. Ihr Schwert wird gewöhnlich mit Unterscheidungsvermögen und klarem Ausdruck verbunden. In diesem Fall kann die Umkehrung eine zurückgehaltene Meinung beschreiben: Die Vorliebe ist da, die Antwort macht sie jedoch nicht erkennbar.
Die Sorge um die Stimmung verändert das Gesagte. Herz- und Halschakra zeigen gleichzeitige Aspekte: Die Person schätzt die Beziehung, während ihre Antwort beim Gegenüber den Eindruck wecken kann, sie habe keine eigene Vorliebe.
Die Hohepriesterin auf dem dritten Auge betrifft die Aufmerksamkeit für etwas, das man innerlich spürt, aber noch nicht ausspricht. Sie passt zum Erkennen nach dem Treffen: Die Person weiß, dass manches ungesagt geblieben ist und ihr die Entscheidung nicht gleichgültig war.
Die Karten beschreiben damit kein vollständiges Fehlen von Selbsterkenntnis. Die Person hat ihre Empfindungen bereits bemerkt, aber noch nicht ausgesprochen. Die Einsicht der Hohepriesterin betrifft das eigene Erleben, nicht die Gedanken des Gegenübers.
Die Vorstellung vom Zusammenpassen wirkt mit
Der umgekehrte Hierophant auf dem Kronenchakra bringt die Überzeugungen über die Beziehung ins Bild. Die Karte wird häufig mit Regeln und geteilten Vorstellungen verbunden. Umgekehrt kann sie eine Regel darstellen, die nicht ganz zu der erhofften Erfahrung passt.
Die Person möchte ihren Alltag frei teilen und glaubt zugleich, ein gut zusammenpassendes Paar sollte kaum verschiedener Meinung sein. Sobald ein Unterschied auftaucht, prägt diese Erwartung die Antwort und erschwert die gewünschte Ungezwungenheit. Der umgekehrte Hierophant beschreibt diese Spannung, ohne eine neue Beziehungsregel vorzuschlagen.
Der Bube und die Zwei der Kelche stehen für die Freude und Nähe, die trotz des Unbehagens vorhanden sind. Die Vier der Münzen, die umgekehrte Kraft und die umgekehrte Königin der Schwerter zeigen das Festhalten an guter Stimmung, das Zurücknehmen eigener Wünsche und den unvollständigen Ausdruck. Die Hohepriesterin steht für das bereits bemerkte Schweigen; der umgekehrte Hierophant verbindet es mit einer Vorstellung von Gemeinsamkeit. Das Unbehagen hebt die Zuneigung nicht auf. In diesem Fall entsteht es dort, wo jemand Nähe sucht und dabei wenig von den eigenen Unterschieden ausspricht. Die sieben Positionen machen verständlich, wie diese Erfahrungen nebeneinander bestehen.
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