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Sieben-Sterne-Legung: Wie deutet man sie?

Du vermisst Nähe, möchtest aber die alte Beziehungsroutine nicht zurück. Die Sieben-Sterne-Legung betrachtet Zuneigung, ein eigenes Leben und das Eingehen aufeinander.

Veroeffentlicht 22. Sept. 20268 Min. Lesezeit

Die Sieben-Sterne-Legung eignet sich, wenn ein Wunsch noch keine klare Richtung hat. Nach einer Trennung wieder jemanden kennenlernen zu wollen und trotzdem kaum sagen zu können, was man sich vom Zusammensein erhofft, ist so eine Situation. Die Legung verbindet frühere Erfahrungen, gegenwärtige Gefühle und eigene Möglichkeiten. Die sieben Karten beschreiben dabei die Erwartungen der fragenden Person, keinen noch unbekannten zukünftigen Partner.

Wofür die sieben Positionen stehen

Feste PositionAllgemeine Bedeutung
Deine GegenwartDer wichtigste Aspekt deiner derzeitigen Situation
Deine VergangenheitErfahrungen aus der jüngeren Vergangenheit, die noch auf die Gegenwart wirken
Deine ZukunftEine mögliche Entwicklung der nahen Zukunft aus der jetzigen Situation heraus
Wurzel des ProblemsWas die Frage entstehen lässt oder aufrechterhält
Dein PotenzialFähigkeiten und Mittel, die du entwickeln und nutzen kannst
Innere OrientierungWas die eigenen Erfahrungen und Werte für das Verständnis der Frage beitragen
Abschließende ErkenntnisEin Gesamtverständnis der Frage, das die ersten sechs Positionen verbindet

Die Zukunftsposition betrachtet eine mögliche zeitliche Entwicklung. Die abschließende Erkenntnis führt die Deutung zusammen. „Orientierung“ und „Erkenntnis“ sind hier Begriffe einer symbolischen Lesart, die sich auf die Erfahrungen der Person bezieht.

Was aus der alten Beziehung fehlt und was nicht zurückkommen soll

Einige Zeit nach einer Trennung hat ein Mann seinen Alltag wieder aufgenommen: Arbeit, Treffen mit Freunden und eigene Wochenenden. Ein Freund fragt, ob er wieder jemanden kennenlernen möchte. Er kann sich das vorstellen, weiß aber nicht recht, was ihm an einer neuen Beziehung am wichtigsten wäre.

An der früheren Beziehung vermisst er, dass jemand an ihn dachte. Gemeinsame Mahlzeiten, kleine Einkäufe und alltägliche Unternehmungen sind ihm in warmer Erinnerung geblieben. Andere Gewohnheiten möchte er nicht wiederholen. Wann man sich sah und wie das Wochenende aussah, legte meist die andere Person zuerst fest. Er passte seine eigenen Pläne anschließend daran an.

Eine neue Beziehung hat er noch nicht, und über eine Versöhnung wird nicht gesprochen. Beim Gedanken an eine Beziehung tauchen sowohl schöne Erinnerungen als auch unerwünschte alte Gewohnheiten auf. Seine Frage lautet:

Was wünsche ich mir eigentlich von meiner nächsten Beziehung?

Die folgende Legung nutzt geläufige Bedeutungen des Rider-Waite-Smith-Tarots. Aufrechte Karten liegen in normaler Ausrichtung, umgekehrte auf dem Kopf. Welche Bedeutung hier im Vordergrund steht, ergibt sich aus Position und bekanntem Hintergrund.

Feste PositionBedeutung in diesem BeispielGezogene Karte
Deine GegenwartWie klar seine Vorstellungen von der nächsten Beziehung sindSieben der Kelche (aufrecht)
Deine VergangenheitWelche Erfahrungen seine Erwartungen weiterhin prägenSechs der Kelche (aufrecht)
Deine ZukunftWie sich sein Verständnis einer Beziehung entwickeln könnteAss der Schwerter (aufrecht)
Wurzel des ProblemsWoher der Wunsch nach Nähe bei gleichzeitiger Ablehnung der alten Gewohnheiten kommtSechs der Münzen (umgekehrt)
Dein PotenzialWelche eigene Fähigkeit er in eine neue Beziehung einbringen könnteDie Kraft (aufrecht)
Innere OrientierungWas sein wieder aufgenommener Alltag mit seinen Erwartungen zu tun hatNeun der Münzen (aufrecht)
Abschließende ErkenntnisWie Nähe, ein eigenes Leben und das Eingehen aufeinander zusammenpassenZwei der Kelche (aufrecht)

Viele schöne Vorstellungen, noch kein klares Bild vom Alltag

Die Sieben der Kelche auf der Gegenwartsposition zeigen mehrere Kelche mit unterschiedlichen Inhalten. Wünsche, Vorstellungen und noch wenig geordnete Erwartungen gehören zu den üblichen Bedeutungen. Sich gut zu unterhalten, Gesellschaft zu haben und am Wochenende gemeinsam auszugehen reizt ihn. Daraus ergibt sich allerdings noch kein klares Bild davon, wie das tägliche Miteinander aussehen soll.

Die Sechs der Kelche auf der Vergangenheitsposition zeigen, woher einige dieser Vorstellungen stammen. Die Karte kann vertraute Zuwendung und warme Erinnerungen darstellen. Hier passt sie zu dem Erleben, dass jemand an ihn denkt und kleine Dinge mit ihm teilt. Diese Erfahrungen haben durch die Trennung nicht automatisch ihren Wert verloren.

Zusammen zeigen die beiden Karten, wie das Vergangene seine gegenwärtigen Wünsche prägt. Er stellt sich eine neue Beziehung unter anderem mithilfe schöner bekannter Momente vor. Damit wird die Bedeutung von Nähe sichtbar. Offen bleibt, welche alten Alltagsgewohnheiten er ebenfalls übernehmen möchte und welche nicht.

Die umgekehrten Sechs der Münzen machen das Unbehagen genauer

An der Wurzel des Problems liegen die Sechs der Münzen umgekehrt. Aufrecht wird die Karte häufig mit Geben, Empfangen und der Verteilung von Mitteln verbunden. Umgekehrt lässt sie sich hier auf das Gefühl beziehen, dass die gemeinsame Planung für die Lebensgestaltung beider zu wenig Raum ließ.

Bekannt ist, dass er meist wartete, bis die andere Person etwas geplant hatte, und seine eigenen Pläne anschließend daran anpasste. Die Karte macht greifbar, was er daran nicht vermisst: Er nahm zwar an den Treffen teil, sein eigener Alltag musste sich aber oft nach bereits getroffenen Absprachen richten.

Neben den Sechs der Kelche werden so zwei unterschiedliche Erfahrungen erkennbar. Er vermisst Zuwendung und Gesellschaft. Er möchte nicht wieder ständig seine Zeit umplanen. Der allgemeine Satz „Ich möchte eine Beziehung“ hat diese beiden Seiten bisher kaum auseinandergehalten.

Auch die eigene Lebensgestaltung gehört zum Beziehungswunsch

Die Kraft auf der Potenzialposition zeigt einen sanften Umgang mit dem Löwen. Geduld und eine ruhige, beständige Haltung gegenüber Gefühlen gehören zu ihren geläufigen Bedeutungen. Hier lässt sich darin eine Fähigkeit sehen, die er entwickeln kann: den Wunsch nach Nähe anzuerkennen und zugleich die unangenehmen Seiten seiner früheren Beziehung ernst zu nehmen.

Die Karte zeigt ein Potenzial. Sie belegt nicht, dass er diese Geduld bereits in jeder Begegnung aufbringt. Neben dem wieder aufgenommenen Alltag erweitert sie die Deutung um etwas, das er selbst in eine Beziehung einbringen könnte: Verständnis für unterschiedliche Gefühle, auch die eigenen.

Die Neun der Münzen auf der Position Innere Orientierung werden mit einem eigenständigen Leben und der Freude an Erreichtem verbunden. Im Zusammenhang mit seiner Arbeit, seinen Freundschaften und seinen eigenen Wochenenden können sie für das Bedürfnis stehen, auch in einer Beziehung ein eigenes Leben zu behalten.

Das bildet einen Gegenpol zu den umgekehrten Sechs der Münzen. Früher passte er seinen Alltag häufig an die Pläne der anderen Person an. Nun bekommt seine persönliche Lebensgestaltung in der Deutung einen Platz. Zum Wunsch nach Gesellschaft kann auch gehören, dass dieser Alltag wahrgenommen und respektiert wird.

Die Erwartungen könnten sich deutlicher voneinander unterscheiden lassen

Das Ass der Schwerter auf der Zukunftsposition wird häufig mit Klarheit, Unterscheidungsvermögen und einer neuen Einsicht verbunden. Im Verhältnis zu den Sieben der Kelche kann es eine mögliche Entwicklung beschreiben: Wenn sein Verständnis der Erfahrungen weiter wächst, kann er genauer benennen, was ihm fehlt und was er nicht wiederholen möchte.

Diese Lesart betrifft sein Verständnis von Nähe. Sie kündigt keine neue Person an. Die warmen Erinnerungen der Sechs der Kelche und das Unbehagen der umgekehrten Sechs der Münzen könnten sich deutlicher auseinanderhalten lassen.

Die Zwei der Kelche bilden die abschließende Erkenntnis. Zwei Menschen wenden sich einander mit erhobenen Kelchen zu; Austausch, gegenseitige Aufmerksamkeit und Verbindung sind geläufige Themen. Hier verdichten sie die übrigen Karten zu einem Beziehungswunsch: jemandem wichtig zu sein und kleine Dinge zu teilen, während das Leben und die Wünsche beider im Zusammensein Platz haben.

Gesellschaft bleibt etwas, wonach er sich sehnt. Die Neun der Münzen lassen das eigene Leben daneben bestehen, und die Kraft zeigt Geduld als entwickelbare Fähigkeit. Die Sieben-Sterne-Legung verbindet diese Teile: Er möchte einem Menschen näherkommen und dabei selbst mit einem eigenen Alltag und der Fähigkeit, auf den anderen einzugehen, an der Beziehung teilnehmen.

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