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Neue Gewohnheit aufgegeben? Die Situation-Handlung-Ergebnis-Legung hilft dir bei der Analyse

Die Situation-Handlung-Ergebnis-Legung zeigt an einem Beispiel, wie verfügbare Zeit und Kraft, flexible Erwartungen und die mögliche Fortsetzung einer Gewohnheit zusammenhängen.

Veroeffentlicht 07. Sept. 20265 Min. Lesezeit

Die Situation-Handlung-Ergebnis-Legung passt zu einer vertrauten Frage: Du möchtest etwas verändern und bist bereit, etwas dafür zu tun, weißt aber nicht, wo deine Mühe helfen würde. Eine neue Gewohnheit ist ein gutes Beispiel. Du fängst begeistert an, hörst nach ein paar Tagen wieder auf und fragst dich, was diesmal passiert ist und wie du darauf reagieren könntest.

Die drei Karten verbinden die aktuelle Situation, eine mögliche Handlung und die Entwicklung, die darauf folgen könnte. Die mittlere Karte ist wichtig: Die dritte beschreibt eine mögliche Tendenz nach dieser Art von Handlung. Ihre Deutung hängt deshalb von den ersten beiden ab.

Wofür die drei Positionen stehen

Bei Startarot liegen die Karten der Situation-Handlung-Ergebnis-Legung von links nach rechts. Die Positionen stehen schon vor dem Ziehen fest.

Aktuelle Situation fragt nach den Tatsachen, die jetzt am wichtigsten zu verstehen sind. Eine Frage kann eine lange Vorgeschichte haben. Diese Position hebt hervor, was sie im Moment beeinflusst.

Vorgeschlagene Handlung fragt danach, welche Reaktion jetzt einen Versuch wert ist. Sie muss auf die Situation der ersten Karte antworten und im eigenen Einflussbereich der fragenden Person liegen. Eine Karte kann eine Art der Anpassung nahelegen; wie sie sich umsetzen lässt, hängt von den tatsächlichen Bedingungen ab.

Wahrscheinliches Ergebnis fragt nach der Tendenz, die nach dieser Reaktion am ehesten zu erwarten ist. Gemeint ist: „In dieser Situation, nach dieser Art von Handlung.“ Ändern sich die Bedingungen, verändert sich auch die Ergebnisdeutung.

Mit Sport anfangen und nach wenigen Tagen wieder aufhören

Ein Beispiel aus dem Alltag: Eine Person möchte es sich zur Gewohnheit machen, nach der Arbeit Sport zu treiben. Bei jedem neuen Anlauf nimmt sie sich vor, täglich dasselbe Programm zu schaffen. An manchen Abenden klappt das gut. Dann beanspruchen Überstunden, Kochen und Aufräumen die dafür vorgesehene Zeit. An anderen Abenden wäre Zeit da, doch sie ist bereits müde.

Nach einer Unterbrechung denkt sie: „Wieder habe ich nicht durchgehalten.“ Sobald die Lust zurückkommt, beginnt sie erneut mit dem ursprünglichen Programm. Sie weiß, dass sie nicht immer aus demselben Grund aufgehört hat. Trotzdem fragt sie sich, warum sie es nicht schafft, dabeizubleiben.

Ihre Frage lautet:

Ich möchte eine neue Gewohnheit entwickeln, höre aber immer wieder auf. Was kann ich tun?

In diesem Beispiel geht es bei Aktuelle Situation darum, was es gerade erschwert, beim Sport zu bleiben. Vorgeschlagene Handlung betrachtet, wie sie selbst darauf reagieren könnte. Wahrscheinliches Ergebnis beschreibt, wie sich der Versuch nach dieser Reaktion entwickeln könnte.

Das ist die vollständige Ziehung. Alle drei Karten liegen aufrecht, also in ihrer normalen Ausrichtung und nicht auf dem Kopf.

Feste PositionGezogene Karte
Aktuelle SituationZwei der Münzen, aufrecht
Vorgeschlagene HandlungDie Mäßigkeit, aufrecht
Wahrscheinliches ErgebnisAcht der Münzen, aufrecht

Zwei der Münzen: Zeit ist nicht jeden Tag gleich verfügbar

Im bekannten Rider–Waite–Smith-Bild jongliert eine Figur mit zwei Münzen. Hinter ihr bewegen sich Schiffe auf den Wellen. Die Karte wird häufig mit mehreren gleichzeitigen Anforderungen und dem Anpassen an wechselnde Umstände verbunden.

In der Position Aktuelle Situation greift sie auf, was im Beispiel bereits beschrieben wurde. Manchmal nehmen Arbeit und Haushalt die Zeit in Anspruch; manchmal wäre Zeit da, aber sie ist schon müde. Der Sport teilt sich den Abend mit anderen Aufgaben, während das ursprüngliche Programm von weitgehend gleichen Tagen ausgeht.

Hier liegt ein Anhaltspunkt für diese Unterbrechung: Eine feste Erwartung trifft auf einen wechselnden Alltag. Ob ihr die gewählte Sportart noch gefällt, erfahren wir im Beispiel nicht. Diese Deutung der Zwei der Münzen stützt sich auf die beschriebenen Unterschiede bei Zeit und Kraft.

Die Mäßigkeit antwortet auf dieses Missverhältnis

Die Mäßigkeit zeigt einen Engel, der Wasser von einem Kelch in den anderen gießt. Das Bild wird oft mit dem richtigen Maß, dem Mischen und dem Abstimmen verschiedener Dinge verbunden.

In der Position Vorgeschlagene Handlung kann es darum gehen, das ursprüngliche Programm und den Alltag besser aufeinander abzustimmen. Neben den Zwei der Münzen wird die Frage konkret: Die verfügbare Zeit und Kraft ändern sich, doch das, was sie von sich erwartet, bleibt gleich.

Die Mäßigkeit kann hier darauf hinweisen, die Erwartungen an das tägliche Sportprogramm flexibler zu gestalten. So könnte der Sport neben den anderen Anforderungen Platz finden. Verändern kann sie den eigenen Anspruch an diesen Versuch. Überstunden, Hausarbeit und die bereits beschriebene Müdigkeit bleiben tatsächliche Bedingungen, auf die diese Reaktion eingehen muss.

Beide Karten haben mit Anpassung zu tun, erfüllen aber verschiedene Aufgaben. Die Zwei der Münzen beschreiben, wie sie ständig auf wechselnde Anforderungen reagiert. Die Mäßigkeit steht an der Handlungsposition und legt nahe, auch den ursprünglichen Anspruch anpassbar zu machen. Damit hat die vorgeschlagene Handlung einen klaren Bezug.

Acht der Münzen: Übung könnte sich fortsetzen

Die Acht der Münzen zeigen eine Person, die an einer Münze arbeitet. Mehrere fertige Stücke sind neben ihr zu sehen. Die Karte steht häufig für Einsatz, wiederholtes Üben und zunehmende Vertrautheit mit einer Tätigkeit.

Neben dem bereits Fertigen entsteht noch ein weiteres Stück. Nach der Mäßigkeit kann dieses Bild dafür stehen, von einem Mal zum nächsten weiterzumachen. In der Position Wahrscheinliches Ergebnis gilt eine Bedingung: Wenn die Anpassung zu ihrer tatsächlichen Zeit und Kraft passt, könnte sie häufiger an das anknüpfen, was sie schon begonnen hat, und müsste seltener von vorn anfangen.

Ein Teil ist bereits getan, ein anderer braucht weiteren Einsatz. Das fortgesetzte Üben der Acht der Münzen setzt voraus, dass die Anpassung der Mäßigkeit in ihrem Alltag möglich ist. Lassen die bestehenden Verpflichtungen ihr weiterhin keine Kraft übrig, lässt sich dieses Ergebnis nicht einfach annehmen.

Zusammen zeigen die Zwei der Münzen ihre wechselnde Zeit und Kraft. Die Mäßigkeit weist auf die Möglichkeit hin, den ursprünglichen Anspruch anzupassen; daran schließt sich bei den Acht der Münzen die Aussicht auf weiteres Üben an. Das „Was kann ich tun?“ ihrer Frage richtet den Blick in dieser Deutung darauf, wie ihre Erwartungen zu den Bedingungen des Alltags passen. Die Handlungskarte verbindet die jetzige Schwierigkeit mit einer möglichen Entwicklung. Davon hängt das Weiterüben der dritten Karte ab.

Entdecke die Startarot-LegungenLerne die drei festen Positionen der Situation-Handlung-Ergebnis-Legung und die passenden Fragen kennen.