Die jetzige Arbeit ist vertraut, die neue Stelle hat ebenfalls ihren Reiz. Du denkst an die bekannten Kollegen und einen verlässlichen Alltag. Dann fragst du dich, ob du noch lange dieselben Aufgaben erledigen möchtest. Bei beiden Möglichkeiten gibt es etwas, das du ungern aufgeben würdest.
Die Entscheidungskreuzung A/B eignet sich für zwei konkrete Optionen, deren Vorteile und Belastungen nebeneinander betrachtet werden sollen. Ihre sechs Karten geben auch dem Zögern einen eigenen Platz: Welche Bedürfnisse machen gerade diese Entscheidung schwierig?
Die sechs festen Positionen
Vor dem Ziehen wird festgelegt, wofür A und B stehen. Die Aufgaben der sechs Positionen bleiben dabei unverändert.
| Reihenfolge und Position | Allgemeine Aufgabe |
|---|---|
| 1. Vorteile von A | Stärken von A und unterstützende Bedingungen |
| 2. Nachteile von A | Risiken, Anforderungen und mögliche Kosten von A |
| 3. Vorteile von B | Stärken von B und unterstützende Bedingungen |
| 4. Nachteile von B | Risiken, Anforderungen und mögliche Kosten von B |
| 5. Kernkonflikt | Was das Zögern zwischen beiden Möglichkeiten ausmacht |
| 6. Zusammenführender Rat | Wie Vorteile, Belastungen und Konflikt für eine Entscheidung gewichtet werden können |
In Startarot liegt A in der linken Spalte, B in der rechten. Die Vorteile stehen jeweils über den Nachteilen. In der Mitte liegt oben der Kernkonflikt und darunter der zusammenführende Rat. Die Ziehreihenfolge folgt der Tabelle.
Eine Karte bei den Vorteilen wird danach gelesen, was sie beitragen kann; bei den Nachteilen danach, was sie verlangt. Das teilt die Karten nicht in gute und schlechte ein. Stabilität kann Sicherheit geben oder eine Veränderung erschweren. Position und bekannte Umstände bestimmen, welcher Aspekt hier eine Rolle spielt.
Ein Angebot innerhalb des Unternehmens
Nehmen wir eine Person, die seit drei Jahren dieselbe Stelle hat. Sie kennt den Arbeitsalltag, kann die Reihenfolge vieler Aufgaben selbst bestimmen und macht meistens pünktlich Feierabend. In letzter Zeit ändert sich wenig. Nach erledigter Arbeit bleibt nur selten das befriedigende Gefühl, etwas Neues gelernt zu haben.
Das Unternehmen bietet einen konkreten internen Wechsel an. Das Gehalt bliebe zunächst gleich. In der neuen Stelle würde die Person mit mehreren Kollegen zusammenarbeiten und unbekannte Aufgaben kennenlernen. Anfangs müsste sie sich einarbeiten und gleichzeitig die bisherigen Aufgaben übergeben. Diese Bedingungen wurden bereits erläutert.
Ihre Frage lautet: „Bleibe ich auf meiner jetzigen Stelle oder wechsle ich intern?“
A bedeutet bleiben, B dieses Wechselangebot annehmen. Die beiden A-Positionen betreffen die Sicherheit und Wiederholung vertrauter Arbeit. Die B-Positionen betreffen Lernmöglichkeiten und Einarbeitung. Der Kernkonflikt beschreibt die Bedürfnisse dahinter; der zusammenführende Rat zeigt, wie sie bei der Entscheidung gegeneinander abgewogen werden können.
Die vollständige Ziehung enthält ausschließlich aufrechte Karten. Die folgenden Bildbeschreibungen beziehen sich auf die bekannte Rider–Waite–Smith-Tradition.
| Position | Karte |
|---|---|
| Vorteile von A | Neun der Münzen, aufrecht |
| Nachteile von A | Vier der Kelche, aufrecht |
| Vorteile von B | Drei der Münzen, aufrecht |
| Nachteile von B | Zehn der Stäbe, aufrecht |
| Kernkonflikt | Zwei der Schwerter, aufrecht |
| Zusammenführender Rat | Gerechtigkeit, aufrecht |
Was beim Bleiben erhalten bleibt
Die Neun der Münzen zeigt eine Figur in einem fruchttragenden Garten, mit einem Vogel auf der Hand. Häufig steht das Bild für die Ruhe und Selbstständigkeit, die aus bereits Aufgebautem entstehen. Bei den Vorteilen von A passt es zur sicheren Beherrschung der Aufgaben, zum geringen Bedarf an Anleitung und zu einigermaßen verlässlichen Feierabendzeiten. Bleiben erhält diese Vertrautheit mit der eigenen Arbeit.
Auf der Vier der Kelche sitzt eine Figur unter einem Baum und wirkt wenig interessiert an den Kelchen vor ihr. Bei den Nachteilen von A trifft das Bild auf die wiederkehrenden Aufgaben und die geringere Zufriedenheit. Das nachlassende Interesse könnte sich beim Bleiben fortsetzen. Arbeit gut zu können und sie interessant zu finden, ist hier zweierlei geworden.
Gemeinsam lernen und sich neu einarbeiten
Auf der Drei der Münzen bespricht ein Handwerker seine Arbeit mit zwei anderen Personen. Bei den Vorteilen von B lässt sich das als Möglichkeit lesen, durch Zusammenarbeit zu lernen. Unterschiedliche Erfahrungen können sich ergänzen und Arbeitsweisen zugänglich machen, die in der jetzigen Stelle kaum vorkommen.
Zusammenarbeit gehört zum beschriebenen Angebot. Ob aus dem Austausch tatsächlich hilfreiche Unterstützung wird, hängt davon ab, wie die Kollegen miteinander arbeiten.
Die Figur auf der Zehn der Stäbe beugt sich unter einem schweren Bündel. Bei den Nachteilen von B passt dies zur gleichzeitigen Einarbeitung und Übergabe bisheriger Aufgaben. Neue Inhalte können interessant sein und mehr Kraft beanspruchen. Unbekanntes lässt sich noch nicht mit derselben Leichtigkeit erledigen. Die Belastung betrifft hier vor allem den Beginn des Wechsels.
Die mittleren Karten erklären das Zögern
Die Zwei der Schwerter zeigt eine Figur mit verbundenen Augen und gekreuzten Schwertern in einer angespannten Balance. Im Kernkonflikt verbindet sich das mit zwei Bedürfnissen: die durch Erfahrung gewonnene Ruhe behalten und zugleich wieder Neues lernen und sich weiterentwickeln.
Die ersten vier Karten haben beiden Möglichkeiten Inhalt gegeben. Bleiben bietet Vertrautheit und Selbstständigkeit, der Wechsel eine konkrete Lernmöglichkeit. Das Innehalten der Zwei der Schwerter passt dazu, dass beides nur schwer vollständig zusammenkommt: Jede Option erfüllt einen Teil der Erwartungen.
Waage und Schwert der Gerechtigkeit stehen hier für sorgfältiges Abwägen und eine darauf beruhende Entscheidung. Die Ruhe der Neun der Münzen und das Lernen der Drei der Münzen sind wertvoll. Die Wiederholung der Vier der Kelche und die Belastung der Zehn der Stäbe gehören ebenso dazu.
Die Karte beschreibt einen Entscheidungsweg, bei dem Vorzüge und Anforderungen beider Seiten gleich ernst genommen werden. Wer beim Bleiben nur die angenehmen Seiten und beim Wechsel nur die Mühe berücksichtigt, vergleicht die beiden Möglichkeiten einseitig. Die Gerechtigkeit verbindet das Zögern mit der Frage, welcher Vorteil der Person wichtiger ist und welchen Preis sie dafür akzeptieren kann.
Was die ganze Legung verständlich macht
Aus einem schwer greifbaren Hin und Her werden zwei unterschiedliche Erfahrungen. Bleiben erhält Selbstständigkeit und Vertrautheit, möglicherweise mit weiter sinkendem Interesse. Der Wechsel bietet gemeinsames Lernen, verbunden mit einer Zeit, in der die Arbeit weniger vertraut ist.
Die Zwei der Schwerter erklärt, warum die Wahl schwerfällt. Die Gerechtigkeit führt Reize und Belastungen in einer Abwägung zusammen. Die Entscheidungskreuzung A/B hilft in diesem Beispiel zu verstehen, was an jeder Option anzieht und was die Person ungern zurücklassen würde.
Entdecke die Startarot-LegungenLerne die sechs festen Positionen der Entscheidungskreuzung A/B und die passenden Fragen kennen.