Zu Beginn des Berufslebens sind die Ziele oft klar: sich in die Arbeit einfinden, weniger Fehler machen und Aufgaben selbstständig erledigen. Einige Jahre später kannst du das alles und weißt trotzdem nicht, in welche Richtung du dich entwickeln möchtest.
Die Legung „Beruflicher Pfad“ eignet sich für einen solchen Blick auf die eigene Arbeit. Fünf Karten verbinden die aktuelle Frage mit vorhandenen Fähigkeiten, Grenzen und möglichen Entwicklungen. Sie kann auch verwendet werden, wenn noch keine nächste Stelle feststeht.
Wofür die fünf Positionen stehen
Startarot legt die Karten in einer Reihe von links nach rechts aus. Jede hat eine feste Aufgabe.
| Position | Allgemeine Aufgabe |
|---|---|
| Gegenwärtige Situation | Die zentrale Frage dieser Phase |
| Stärken | Bereits verfügbare Mittel und Fähigkeiten |
| Herausforderungen | Grenzen, mit denen es umzugehen gilt |
| Richtung | Mögliche Chancen und Entwicklungspfade |
| Handlung | Eine konkrete Vorgehensweise, die zu den vorherigen Positionen passt |
Die Position „Stärken“ beschreibt, was bereits genutzt werden kann; „Richtung“ zeigt, was daraus wachsen könnte. Beides einfach als „Talente“ zu lesen, würde den Unterschied verdecken. Handlung beschreibt eine Antwort auf genau diese Verbindung von Umständen, Fähigkeiten und Grenzen.
Eine Ergebnisposition gibt es nicht. Richtung bezeichnet eine Möglichkeit und keine bereits zugesagte neue Stelle.
Erfahrung haben, ohne den nächsten Weg zu sehen
Stellen wir uns eine Person vor, die seit vier Jahren arbeitet. Sie ordnet alltägliche Aufzeichnungen, bearbeitet Anliegen von Kollegen und erklärt neuen Mitarbeitern vertraute Abläufe. Bekannte Aufgaben erledigt sie meist zuverlässig. Bei ungewöhnlichen Fällen klärt sie mit der zuständigen Person, wie vorzugehen ist.
In letzter Zeit ähneln sich die Arbeitstage sehr. Bei beruflicher Entwicklung fallen ihr nur zwei Bilder ein: so weitermachen wie bisher oder eine Führungsrolle übernehmen. Ein Team hat sie noch nicht geleitet, deshalb wirkt das zweite Bild weit entfernt. Eine konkrete neue Stelle steht ebenfalls nicht zur Wahl.
Ihre Frage lautet: „Ich arbeite seit ein paar Jahren. Wohin kann es jetzt weitergehen?“
Die gegenwärtige Situation betrifft die Unsicherheit, die nach dem Vertrautwerden mit der Arbeit entstanden ist. Die Position „Stärken“ zeigt erworbene Fähigkeiten. „Herausforderungen“ beschreibt, was den Blick auf Entwicklung einengt. Richtung betrachtet, wie die Erfahrung sich erweitern könnte; Handlung eine dazu passende Lern- oder Vorgehensweise.
So sieht die vollständige Ziehung aus:
| Position | Karte |
|---|---|
| Gegenwärtige Situation | Sieben der Münzen, aufrecht |
| Stärken | Acht der Münzen, aufrecht |
| Herausforderungen | Acht der Schwerter, aufrecht |
| Richtung | Zwei der Stäbe, aufrecht |
| Handlung | Bube der Münzen, aufrecht |
Die Deutung bezieht sich auf die vertrauten Bilder der Rider–Waite–Smith-Tradition.
Sieben der Münzen: betrachten, was entstanden ist
Die Figur auf der Sieben der Münzen hält inne und betrachtet die Münzen, die an einer Pflanze wachsen. In der gegenwärtigen Situation passt das zu längerer Anstrengung und der Frage, was sie inzwischen bedeutet.
Die Person hat etwas gelernt. Sie kennt die Abläufe und kann neue Kollegen unterstützen. Die Unsicherheit tritt danach auf: Was lässt sich mit dieser Erfahrung anfangen, über die täglichen Aufgaben hinaus? Die Sieben der Münzen beschreibt eine Phase, in der das bisher Erreichte neu betrachtet wird.
Die Acht der Münzen macht Können sichtbar
Die Acht der Münzen zeigt eine Figur, die konzentriert Münzen bearbeitet. Bei den Stärken hebt die Wiederholung erworbene Fähigkeiten hervor: auf Details achten, Abläufe beherrschen und die Arbeit mit einiger Verlässlichkeit erledigen.
Aufzeichnungen ordnen, alltägliche Anliegen bearbeiten und Neuen bekannte Verfahren erklären – all das nutzt Erfahrung, auf der Entwicklung aufbauen könnte. Sie wirkt vielleicht nicht außergewöhnlich, ist aber vorhanden.
Wiederholte Arbeit macht das Können nicht wertlos. Die Sieben der Münzen stellt die Frage nach den investierten Jahren; die Acht zeigt etwas, das dabei entstanden ist.
Welche Grenze zeigt die Acht der Schwerter?
Die Acht der Schwerter zeigt eine gefesselte Figur mit verbundenen Augen, umgeben von Schwertern. Bei den Herausforderungen kann das Bild die Erfahrung beschreiben, nur wenige Wege zu sehen.
Die Person stellt sich Entwicklung als Wiederholung oder Führung vor. Aus „Ich habe noch kein Team geführt“ kann dadurch „Für mich gibt es kaum Entwicklungsmöglichkeiten“ werden.
Fehlende Führungserfahrung ist eine bekannte Grenze. Dass es nur zwei mögliche Zukünfte gibt, ist die derzeitige Sicht dieser Person. Welche weiteren Stellen oder Verantwortungsbereiche im Unternehmen vorhanden sind, bleibt offen.
Die Zwei der Stäbe erweitert den Blick
Die Figur auf der Zwei der Stäbe schaut von einem erhöhten Ort in die Ferne und hält einen Globus. Bei der Richtung lässt sich das als Erweiterung des Blicks lesen: von einzelnen vertrauten Aufgaben hin zu einem größeren Arbeitszusammenhang.
Eine mögliche Entwicklung wäre hier, zu verstehen, wie die täglichen Aufgaben zusammenhängen und an welchen anderen Stellen die vorhandene Erfahrung nützlich sein könnte. Diese Richtung lässt sich auch beschreiben, ohne schon von einer Führungsrolle oder einer bestimmten neuen Stelle zu sprechen.
Die Deutung baut auf dem Können der Acht der Münzen auf und antwortet auf die enge Zweiteilung, die bei der Acht der Schwerter sichtbar wurde.
Der Bube der Münzen gibt dem Lernen eine konkrete Form
Der Bube der Münzen betrachtet aufmerksam eine einzelne Münze. Bei der Handlung wird aus der größeren Richtung die Beschäftigung mit einer konkreten Frage.
Die Person bearbeitet Routinefälle bereits selbstständig und klärt Ausnahmen mit einer zuständigen Person. Eine solche Ausnahme kann zum Ausgangspunkt des Lernens werden: Die Klärung, wie dieser Fall behandelt wird, kann zugleich zeigen, warum das übliche Verfahren sonst passt und was diesmal anders ist. Der Bube steht hier für eine Vorgehensweise, die bei einer offenen Frage in vertrauter Arbeit beginnt und durch Bearbeitung und Rückfrage die Gründe hinter dem Verfahren verständlich macht.
Die Acht der Münzen liefert die Grundlage. Die Zwei der Stäbe zeigt den weiteren Zusammenhang; der Bube beschreibt einen Weg, ihn anhand eines konkreten Falls zu erschließen. So wird an einem vertrauten Vorgang klarer, warum das übliche Verfahren passt und was bei einer Ausnahme anders ist.
Die fünf Karten im Zusammenhang
Die Sieben der Münzen fragt, was die Jahre der Anstrengung gebracht haben. Die Acht der Münzen erkennt erworbene Fähigkeiten an. Die Acht der Schwerter zeigt eine auf zwei Möglichkeiten verengte Vorstellung von Entwicklung. Die Zwei der Stäbe lenkt den Blick auf Verbindungen zwischen Aufgaben und weitere Bereiche, in denen Erfahrung nützlich sein könnte.
Der Bube der Münzen verbindet diese Erweiterung mit Lernen. Zusammen beschreiben die Karten einen möglichen Übergang: von sicher erledigten Alltagstätigkeiten zu einem umfassenderen Verständnis der Arbeit um sie herum.
Die nächste Stelle noch nicht benennen zu können, bedeutet nicht, dass die bisherige Erfahrung nichts zählt. Erfahrung allein macht den weiteren Weg aber auch nicht automatisch klar. Die Legung „Beruflicher Pfad“ zeigt, wie Fähigkeiten, Grenzen und Entwicklungsmöglichkeiten in diesem Beispiel zusammenhängen.
Entdecke die Startarot-LegungenLerne die fünf festen Positionen der Legung „Beruflicher Pfad“ und die passenden Fragen kennen.